F WORD

Hat hier jemand
"F WORD" gesagt?
„F WORD“ ist ein fiktives Projekt.
Mein Abschlussprojekt „F WORD – feminisMUSS“ aus 2025, in Kommunikationsdesign, behandelt das Thema Feminismus und umfasst ein Kartenspiel, Magazin und eine Fotoserie.
Erst der Inhalt,
dann das Design.
Was bedeutet Feminismus?
Für manche ein Reizwort, für andere ein Werkzeug der Gerechtigkeit. Kaum ein Begriff sorgt seit Jahrzehnten für so viel Streit, Missverständnisse und Abwehr. Feminismus ist eine politische und soziale Bewegung, die uns alle betrifft. Im Kern geht es um die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und um die Solidarität mit jenen, die weniger Macht haben. Feminismus will Gleichstellung, Sichtbarkeit und gleiche Rechte.
Warum hast du dich für dieses Thema enschieden?
Nicht nur die ältere Generation ist das Problem, wenn es um den Zuwachs von rechten Parteien und konservativem Gedankengut geht. Die vergangenen Wahlen zeigen eindeutig, dass auch in den jungen Generationen rechte und konservative Überzeugungen vertreten sind. Deswegen bedarf es umso mehr daran, auch feministischen Themen zunehmend Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht nur in Deutschland, auch in Amerika sieht man einen Rechtsruck, der nur aufzuhalten ist, wenn man ihm etwas entgegensetzt.
Analysen zeigen, dass auf Social Media, wo die junge Generation einen Großteil ihrer Zeit verbringt, rechte Parteien größere Präsens haben, als linke Parteien. Außerdem bekommen derartige Postings vermutlich, aus eigenem Interesse, von der amerikanischen Politik und der persönlichen Agenda der Eigentümer einiger Social Media-Unternehmen, mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit.
Nicht nur im Internet ist Feminismus ein unterrepräsentiertes Thema. Junge Mädchen müssen sich immer noch negative Sprüche anhören, wenn sie Fußball spielen und Selbstbestimmung ist leider auch heute noch keine Selbstverständlichkeit. Deswegen sollte ein Pool an Formaten entstehen, die Aufklärung und Unterhaltung miteinander verbinden.
Wer ist deine Zielgruppe?
Die Hauptzielgruppe des Projekts ist die junge Generation, insbesondere Menschen, die sich gern mit politischen Themen, gesellschaftlichen Fragen und im Speziellen mit Feminismus auseinander oder sich sogar aktiv dafür einsetzen. Dazu zählen Feminist*innen und Aktivist*innen ebenso wie progressive und diskussionsfreudige Personen. Gleichzeitig richtet sich das Projekt auch an Menschen, die grundsätzlich interessiert sind dazuzulernen, sich Wissen jedoch nicht eigenständig aneignen, weil ihnen Themen oft erdrückend, komplex oder schwer greifbar vorkommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gemeinsames Lernen vieles erleichtern und sogar Spaß machen kann.
Die zentrale Herausforderung in dem Projekt liegt in der Kohärenz der verschiedenen Medien, in der inhaltlichen Abstimmung und in einer Ansprache, die diese Zielgruppe gleichermaßen erreicht.
Was ist die Zielstellung?
Ziel ist es, ein multidisziplinäres Projekt zu realisieren, das feministische Aufklärung mit gesellschaftskritischer Unterhaltung verbindet. Durch die Verknüpfung dieser beiden Komponenten entsteht ein Raum, in dem Wissen vermittelt, Perspektiven erweitert und zugleich ein breites Publikum auf kreative, unterhaltsame Weise erreicht wird. So soll ein Format entwickelt werden, das intellektuelle Tiefe mit kultureller Zugänglichkeit kombiniert und damit Impulse für einen reflektierten gesellschaftlichen Diskurs setzt. Die zentrale Herausforderung in dem Projekt liegt in der Kohärenz der verschiedenen Medien, in der inhaltlichen Abstimmung und in einer Ansprache, die diese Zielgruppe gleichermaßen erreicht.

"F WORD"
Die Idee
Der Name F WORD spielt bewusst mit mehreren Ebenen. Im Englischen steht das „F Word“ umgangssprachlich für das
Tabuwort „Fuck“, ein Ausdruck von Wut und Provokation. Genau dieses Gefühl löst Feminismus bei vielen aus: Es ist ein kritisches Thema, das Missstände sichtbar macht, unbequem sein kann und mich persönlich immer wieder wütend
macht, wenn seine Dringlichkeit nicht erkannt wird.
In der Subline wird das Wort bewusst auseinandergezogen: „FEMINIS“ und „MUSS“. Das deutsche Wort „muss“ unterstreicht den unbedingten Handlungsbedarf, der mit feministischen Forderungen einhergeht. So verbindet der Name sprachliches Spiel, persönliche Haltung und die emotionale Wucht, die das Thema mit sich bringt.
Corporate Design
Der visuelle Stil ist bewusst eckig, kantig und schroff, um Haltung und Unangepasstheit zu betonen. Kräftige Signalfarben setzen klare Statements, werden jedoch in eine ästhetisch ansprechende, grafisch durchdachte Gestaltung eingebettet. Die Farbpalette umfasst ein breites Regenbogenspektrum als klares Symbol für Diversität. Die verwendeten Fonts greifen die beschriebenen Adjektive auf markant, selbstbewusst und unübersehbar und passen sich sonahtlos der visuellen Sprache der Marke an. So entsteht ein
Look, der laut und aufmerksamkeitsstark ist und dennoch visuell harmonisch wirkt.
Im Rahmen der Projekterarbeitung habe ich die Schrift „FONTZE“ entworfen.

Das Kartenspiel
Der erste entwickelte Inhalt des Projekts ist ein eigens konzipiertes Kartenspiel, dessen Entwicklung rund zwei Monate in Anspruch nahm.

Stülpdeckelkarton, Anleitung und 110 Karten (70 „F WORD“- und 40 „Follower“ Karten).
Die "F WORD" Karten
Die F WORD Karten gibt es in vier Typen.
Aktionskarten, mit denen du anderen Personen Hindernisse in den Weg legen kannst. Reaktionskarten, mit denen sich solche Aktionen blocken lassen.
Boost Karten, die dir direkt neue Follower bringen, und die Riot Karte, die jederzeit gespielt werden darf, auch wenn du gerade nicht am Zug bist.
Die Riot Karte bringt Chaos ins Spiel. Nach dem Ausspielen müssen alle Personen auf die Karte schlagen und die langsamste Person verliert zwei Follower.


Die Follower
Die Follower Karten tragen den gesellschaftskritischen Kern des Spiels in sich. Schon auf den ersten Blick fällt auf, dass nur eine Figur weiblich gelesen ist und zwar die des „Feminist“. Diese gestalterische Entscheidung ist bewusst gewählt: Mansplainer, Boomer und Patriarchen repräsentieren die Typen von Menschen, mit denen sich FLINTA Personen im Alltag immer wieder auseinandersetzen müssen, sei es durch abwertende Kommentare, unterschwellige Herabsetzung oder offene
Diskriminierung. Das spiegelt die Realität wieder, in der feministische Haltungen in vielen gesellschaftlichen Bereichen immer noch unterrepräsentiert sind und in der es meiner Meinung nach immer noch zu wenige Personen gibt, die sich offen und aktiv für Gleichberechtigung einsetzen.
Die Anleitung
Die Spielanleitung gibt es nicht nur im Printformat sondern auch als kurzes Erklärvideo, welches man über ein Kärtchen, mit einem QR Code, im Spielkarton erreichen kann.


Die Fotoreihe
Ein weiterer visueller Bestandteil des Projekts ist eine von mir konzipierte und umgesetzte Fotoreihe mit zehn Motiven, die jeweils einem eigenen Überthema gewidmet sind. Jedes Shooting interpretiert sein Thema individuell und soll die gesellschaftliche Relevanz und die feministische Perspektive repräsentieren.


















Das Magazin
Das Magazin umfasst 84 Einzelseiten und ist durch Kapitelblätter klar strukturiert. Es gliedert sich in verschiedene Rubriken, von denen einige feste Bestandteile jeder Ausgabe sind. Dazu gehört an erster Stelle das Kapitel „FEMINISMUSS“, das eine konstante Begriffsdefinition enthält und sich in keiner Ausgabe verändert.
(340x210) mm
Jede Magazinausgabe behandelt inhaltliche Schwerpunkte, die je nach Ausgabe variieren können. Zu diesen gehören Sprache und Bedeutung, Gesellschaft und Wandel, Bildung und Wissenschaft, Gewalt und Kontrolle sowie Körper- und Schönheitsideale. Diese Überkategorien bilden das inhaltliche Gerüst des Magazins und schaffen Raum für ein abwechslungsreiche, aber klar strukturierte Auseinandersetzung mit feministischen Themen.









Extras
Zur Bewerbung im öffentlichen Raum gibt es ein Set aus sechs Postkarten, die als Mundpropaganda und Out-of-Home-Werbung dienen. Vier der Motive stammen aus der Fotoserie und knüpfen so direkt an die Bildsprache des Magazins an, während zwei Motive visuell an die Aktionskarten des Kartenspiels erinnern.
Zu den Extras gehören zwei ungewöhnliche Maßnahmen, die Aufmerksamkeit auf subtile Weise erzeugen sollen. Der Fokus liegt dabei nicht primär auf Werbung, sondern auf der Funktion und dem ersten Eindruck von Nützlichkeit oder Humor. Die Seife ist ein bewusst gewählter Alltagsgegenstand, der in Bars, Cafés oder auch im privaten Gebrauch kaum fehlen darf. Durch ihre besondere Formgebung und den frechen Namen wird sie zum Hingucker und möglichen Gesprächsanlass. Die Kissenbezüge sind als vergleichbare Werbefläche zu Bierdeckeln oder einer Restaurantmarkise gedacht. Ein Lokal könnte beispielsweise durch Sponsoring mit F WORD Kissen ausgestattet werden, die den Gästen mehr Sitzkomfort bieten und gleichzeitig durch ihr auffälliges Design Aufmerksamkeit erzeugen.
Postkarten
2024

Bestickte Kissen
2025

"Feuchte Fotzen" Seife
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Illustrationen und Sticker
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